Sie vertreten einen Verein, der zum Beispiel in diesen Bereichen tätig ist:

  • Literatur, Kunst, Musik
  • Klima, Umweltschutz, Tierrechte
  • Migration, Flüchtlinge, soziale Dienste
  • Sport
  • Korruptionsbekämpfung
  • Städtepartnerschaften, Europa, internationaler Austausch
  • Kinderhilfe, Jugendarbeit
  • Wissenschaft und Bildung

und Sie sind daran interessiert, dass Ihr Verein in seinem Arbeitsbereich nicht nur als nationaler Akteur wahrgenommen wird, sondern als europäischer Akteur? Dessen Aktionsradius – heute oder morgen – über das eigene Land hinausreicht und für den grenzüberschreitendes Zusammenarbeiten mit anderen EU-Bürgern eine Selbstverständlichkeit ist? Mit anderen Worten: Der in Europa seine Zukunft sieht?

Dann sind Sie und Ihr Verein herzlich eingeladen, an unserer EU-weiten Kampagne “Yes, we are a European association – YEA!” teilzunehmen. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kampagne. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Europaweit bilden Vereine das Rückgrat der Zivilgesellschaft. Daher wird seit den 80’er Jahren lebhaft darüber diskutiert, ein Statut für europäische Vereine zu schaffen (einen ausführlichen Überblick über diese Diskussion (in englischer Sprache) finden Sie hier). Ziel der YEA-Kampagne ist es, diese Diskussion zum Abschluss zu bringen und die EU endlich zur Zulassung europäischer Vereine zu bewegen, d.h. von Vereinen, die rechtlich gesehen nicht nur in einem Land existieren – Belgien, Italien, Polen, Deutschland usw. –, sondern ohne Weiteres in der gesamten EU. Kurz gesagt, wir fordern ein Statut für europäische Vereine.

Und wenn viele Verbände in ganz Europa diese Forderung unterstützen, stehen die Chancen besser, dass wir damit Erfolg haben.

Die Welt wächst zusammen. Isoliertes Arbeiten ist passé. Erfolg im nichtkommerziellen Sektor verlangt den Austausch von Wissen und Erfahrungen, die Verabredung eines gemeinsamen Ziels und das Bündeln von Ressourcen und Durchsetzungsmacht. Ob Klimaschutz, Flüchtlings- oder Entwicklungshilfe, Musik und Kunst, wissenschaftliche Zusammenarbeit, Tierschutz, Städtepartnerschaften, soziale Projekte und vieles mehr: Transnationales Arbeiten wird zum Gebot der Stunde.

Im Gegensatz zur Wirtschaft, in dem EU-weite rechtliche Rahmenbedingungen in Form der europäischen Aktiengesellschaft (SE) und der europäischen Genossenschaft seit langem zur Verfügung stehen, gibt es für europäische Vereine bis heute kein eigenes rechtliches Statut. Dies trotz der Tatsache, dass das Europäische Parlament bereits 1984 ein solches Statut gefordert hat und Politiker gerne auf die Bedeutung der europäischen Zivilgesellschaft für die Zukunft der EU hinweisen.

Ein Statut für europäische Verbände würde bedeuten:

  • Der europäische Verein wäre eine in der gesamten EU allen Bürgern bekannte und rechtlich ohne Weiteres anerkannte Rechtsform. Es wäre also mit weniger Aufwand möglich, in anderen Ländern Niederlassungen  zu eröffnen, ein Konto zu eröffnen, Mietverträge zu unterzeichnen, Veranstaltungen zu organisieren, Demonstrationen anzumelden usw.
  • Die emotionale Hürde, einem „ausländischen“ Verein beizutreten, würde für Mitglieder aus anderen EU-Ländern abgesenkt.
  • In allen EU-Ländern könnten mit einem gemeinsamen Gemeinnützigkeitsrecht Steuervorteile (z. B. für Spenden) geltend gemacht werden.
  • Themen mit grenzüberschreitendem Bezug könnten wirksamer behandelt werden.
  • Es stünde eine gemeinsame europäische Plattform für die Bürger Europas zur Verfügung, die zu der immer wieder geforderten “europäischen Öffentlichkeit” beitragen könnte.
  • Der europäische Verein wäre ein Beitrag zu mehr gegenseitigem Kennenlernen, mehr Solidarität und einem größeren Zusammenhalt der Menschen in der EU.

Wichtig: Die bestehenden nationalen Vereinsgesetze würden natürlich nicht angetastet. Das europäische Vereinsrecht wäre nur eine zusätzliche Option, so wie auch nationale und europäische Aktiengesellschaften nebeneinander existieren. Kein Verein würde also gezwungen, sich zu „europäisieren“.

Eine Einführung in die Debatte über europäische Verbände und damit verbundene rechtliche Fragen (in Englisch) finden Sie hier.

We are Europe! e.V., Düsseldorf, hat die Kampagne konzipiert und gestartet und wird sie innerhalb Deutschlands leiten. Aber wir wollen nicht allein bleiben! Denn natürlich ist eine Kampagne für ein europäisches Vereinsstatut nur dann sinnvoll, wenn sie in der gesamten EU durchgeführt wird. Wir suchen daher Partnerorganisationen in jedem EU-Land, die die Leitung der YEA-Kampagne im eigenen Land managen, d. h. vor allem über die Kampagne informieren und weitere Vereine für die Teilnahme an der Kampagne begeistern. Wenn Sie mitmachen wollen, sprechen Sie uns an: Jens Baganz, baganz@we-are-europe.org, Tel. +49 211 9284 1165.

Die Managing-Partner aller teilnehmenden Länder übernehmen in einem Lenkungsausschuss gemeinsam die Kampagnenleitung. Wir möchten betonen, dass unsere Kampagne von politischen Parteien unabhängig ist. Natürlich brauchen wir auch die Unterstützung politischer Parteien, um unser Ziel zu erreichen, aber wir haben keine Parteizugehörigkeit und bleiben unabhängig.

Der offizielle Kampagnenstart hat am Dienstag, den 12. Februar 2019 in Aachen stattgefunden.

Die Kampagne wird beendet, sobald unsere zentrale Forderung, die Schaffung des europäischen Vereinsstatuts, erfüllt ist, spätestens aber mit der 10. Europawahl (voraussichtlich Mai 2024).

Ja, jeder in der EU gegründete Verein kann teilnehmen. Die einzige Ausnahme gilt für Vereine, die – gemessen an ihrer Satzung, Aktivitäten oder Erklärungen ihrer Vertreter – die Idee eines vereinten Europas ablehnen. Wir behalten uns das Recht vor, die Teilnahme aus diesem Grund zu verweigern (siehe auch Frage 9 unten).

Wenn Ihr Verein beschließt, an der Kampagne teilzunehmen, bedeutet dies, dass er

  • öffentlich den gemeinsamen Aufruf an die europäischen Institutionen mitträgt, möglichst bald ein europäisches Vereinsstatut zu verabschieden,
  • die Kampagne unterstützt (siehe dazu Frage 7)
  • unverbindlich eine Eintragung als europäischer Verein prüfen wird, falls die EU die rechtlichen Voraussetzungen hierfür geschaffen haben sollte.

Im Klartext: Durch die Teilnahme an der Kampagne ändert sich der aktuelle Status Ihres Vereines nicht. Und auch später wird Ihr Verein nicht verpflichtet sein, sich in einen europäischen Verein umzuwandeln, wenn die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen dafür vorliegen. Es geht nur darum, ein starkes Signal an die politischen Entscheidungsträger in der EU und den Mitgliedstaaten zu senden. Ihr Verein kann zudem jederzeit und ohne Angabe von Gründen von der Teilnahme an der YEA-Kampagne zurücktreten.

Die Erfahrung zeigt, dass politische Prozesse in der EU Zeit brauchen. Die erste Gruppe zivilgesellschaftlicher Vereine, die hinter der YEA-Kampagne steht, hat sich auf eine mehrjährige Kampagne vorbereitet: Wir erwarten eher einen Marathon als einen Sprint.

Die Hauptlinien der Kampagne sind wie folgt:

  • Bildung eines Lenkungsausschusses: Die YEA-Kampagne soll von einem Lenkungsausschuss geleitet werden, der sich aus Vertretern der Partnerorganisationen zusammensetzt. Der Lenkungsausschuss trifft im Verlauf der Kampagne die erforderlichen Entscheidungen und ist für das Budget verantwortlich. Er soll regelmäßig über die Aktivitäten berichten.
  • Internetauftritt: Seit Herbst 2018 ist die Kampagne im Internet sowie in den sozialen Netzwerken vertreten.
  • Der offizielle Start der Kampagne fand am 12. Februar 2019 statt.

Kampagnenphasen: Es ist nicht möglich, eine ganze Kampagne von mehreren Jahren im Voraus zu planen. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir vor, dass die Kampagne voraussichtlich die folgenden Phasen durchläuft:

  • „Wahlkampf“ (Start 2019 bis zur EP-Wahl im Mai 2019): In dieser Phase haben wir Kandidatinnen, Kandidaten und Parteien über unsere Forderung nach einem Statut für europäische Vereine informier und konkret nach ihrer Position dazu befragt. In Deutschland haben drei Parteien das europäische Vereinsstatut in ihr Europa-Wahlprogramm aufgenommen, Abgeordnete weiterer Parteien haben ihre Unterstützung signalisiert. Einzelheiten dazu sind unter “News” zu finden.
  • „Grundlegung“ (EP-Wahl 2019 bis Mitte 2020): In dieser frühen Phase mit dem neu zusammengesetzten Europäischen Parlament und der Kommission sind zwei Aspekte besonders wichtig. Erstens muss die Kampagne die erforderliche inhaltliche Arbeit leisten und anstoßen, damit belastbare und unbürokratische Regelungsentwürfe für die Rechtspraxis entwickelt werden. Gleichzeitig muss die Kampagne durch verschiedene Arten von Maßnahmen mit größtmöglicher Reichweite ausreichend politischen „Lärm“ erzeugen, damit die Entscheidungsträger erkennen, dass sie das Problem nicht länger ignorieren können.
  • „Den Druck erhöhen“ (Mitte 2020 bis etwa Ende 2021): Dies ist die entscheidende Phase der Kampagne. Sollte sich der Widerstand, insbesondere in den nationalen Hauptstädten, gegen die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für europäische Vereine in dieser Zeit verschärfen, werden diejenigen, die die Kampagne in den verschiedenen Ländern leiten, aufgefordert, den Druck auf „ihre“ Regierung zu verstärken.

Der weitere Verlauf der Kampagne hängt von den Ergebnissen ab, die in den oben genannten Phasen erzielt wurden.

Bausteine ​​der Kampagne: Die YEA-Kampagne wird nach Möglichkeit möglichst viele Instrumente einsetzen, die dazu beitragen, die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und gegenüber politischen Entscheidungsträgern zu steigern:

  • Social-Media-Aktivitäten
  • offene Briefe an die politischen Entscheidungsträger
  • Demonstrationen
  • Pressekonferenz der Vereine, Interviews und Briefings für Journalisten, Radio-Interviews etc.
  • Einzelgespräche mit politischen Vertretern und Beamten
  • Vorbereitung möglicher rechtlicher Schritte, Beauftragung von Rechtsgutachten
  • lokale Veranstaltungen und Konferenzen
  • Flash-Mob-Happenings
  • Petitionen, Europäische Bürgerinitiativen
  • Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Unterstützer gewinnen usw.

Die YEA-Kampagne finanziert sich durch einmalige freiwillige Spenden der teilnehmenden Vereine und von Privatpersonen.  Die Höhe der Spende ist den Spendern überlassen. Als Orientierungsgröße für Vereine können diese Beträge dienen:

  • Vereine bis zu 300 Mitgliedern zahlen eine einmalige Spende von 20 €.
  • Vereine mit mehr als 300 Mitgliedern leisten eine einmalige Spende von 40 €.

Diese Spenden werden verwendet, um die Kosten für die Gestaltung des Logos sowie für andere Kosten der Kampagne (z.B. Internetseite) zu decken. Alle an der Kampagne Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich. Der Lenkungsausschuss wird über Einnahmen und Ausgaben der Kampagne auf der Webseite informieren.

Es ist einfach:

  • Sie tragen Ihren Verein auf der Registrierungsseite ein und erklären so seine Teilnahme. Nach einer kurzen Überprüfung durch den Lenkungsausschuss wird Ihr Verein als Unterstützer auf der Kampagnenseite aufgeführt. Wenn Sie wünschen, dass wir dort auch Ihr Vereinslogo zeigen und zu Ihrer Vereinsseite verlinken, tun wir dies natürlich gern: Schicken Sie uns Ihr Logo bitte in elektronischer Form zu: yea@we-are-europe.org.
  • Nach der Genehmigung Ihrer Registrierung senden wir Ihnen das YEA-Kampagnenlogo in mehreren Farbkonstellationen zu. Gerne können Sie das Logo nach Ihren Vorstellungen auf Ihrer Homepage und in Ihren sozialen Medien präsentieren [1] und die Kampagne dadurch kraftvoll unterstützen. Natürlich können Sie es auch in den Geschäftsräumen Ihres Vereins und bei Veranstaltungen, auf Drucksachen (Plakaten, Flyern, Briefköpfen) oder auf Flaggen verwenden. Wir beraten und unterstützen Sie gerne dabei.
  • Bitte prüfen Sie, ob Sie die YEA-Kampagne mit einer einmaligen Spende unterstützen können. Unsere Empfehlung: Kleine Vereine mit bis zu 300 Mitgliedern zahlen 20,00 €, größere Vereine 40,00 €. Die Kontoverbindung finden Sie auf der Registrierungsseite. Vielen Dank! Aber natürlich akzeptieren wir Ihren Verein als Unterstützer auch, wenn Ihnen eine Spende nicht möglich ist.
  • Im Rahmen Ihrer Kapazitäten können Sie sich in alle Kampagnenaktivitäten einbringen. Über eine Mailingliste werden wir Sie auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls um Ihre Mithilfe bitten.
[1] z.B. Facebook, Instagram, Snapchat, Google+, Pinterest, Flickr, YouTube, LinkedIn, Xing.

Wir streben an, dass die YEA-Kampagne in mindestens sechs EU-Ländern ausgerollt wird. Insgesamt erwarten wir, dass sich der Kampagne einige hundert oder gar tausend Vereine anschließen werden.

Ja! Viele große internationale Verbände sind auch außerhalb der EU aktiv. Sie mögen sich fragen, ob sie die Kampagne unterstützen sollen, wenn sie nicht primär ein europäisches, sondern ein globales Selbstverständnis haben. Die EU ist jedoch ein sehr wichtiger Testfall zur Schaffung einer transnationalen Zivilgesellschaft auf kontinentaler Ebene. Die Chancen, ein solches erstes transnationales Vereinsstatut zu schaffen, stehen nirgendwo besser als in der EU. Die EU hat die Befugnisse und Instrumente, um dies zu tun, und die Kohärenz der nationalen Rechtssysteme ist (im Vergleich zu anderen Regionen der Welt) relativ hoch. Nach der Verabschiedung kann ein europäisches Vereinsstatut später möglicherweise sogar als Vorbild für andere Regionen der Welt dienen. Daher ist es von großer Bedeutung, diese Initiative zu unterstützen, unabhängig davon, ob Ihr Verein auch außerhalb der EU aktiv ist.