Sie vertreten einen Verein, der z.B. in folgenden Bereichen tätig ist:

  • Literatur, Kunst, Musik
  • Klima, Umweltschutz, Tierrechte
  • Migration, Flüchtlinge, soziale Dienste
  • Städtepartnerschaften, Europa, internationaler Austausch
  • Kinderhilfe, Jugendarbeit
  • Wissenschaft und Bildung
  • Sport

und Sie sind daran interessiert, dass Ihr Verein in der gesamten EU ohne Weiteres rechtlich anerkannt ist und Sie grenzüberschreitend mit anderen EU-Bürgern leichter zusammenarbeiten können? Möglicherweise hat Ihr Verein bereits Mitglieder aus anderen EU-Ländern oder möchte noch attraktiver für Bürger aus anderen EU-Ländern werden, dort Niederlassungen errichten oder Spenden von EU-Bürgern aus anderen Ländern erhalten? Vielleicht behandelt Ihr Verein ein Thema, das für alle Europäer wichtig ist? Vielleicht haben Sie bereits spezifische Probleme bei grenzüberschreitenden Aktivitäten erlebt? Vielleicht ist die Förderung der europäischen Integration das eigentliche Ziel Ihres Vereins? Oder Sie möchten sich einfach gleichgesinnten Partnern anschließen, um ein Zeichen zu setzen für ein vereintes und solidarisches Europa?

Dann sind Sie und Ihr Verein herzlich eingeladen, an unserer EU-weiten Kampagne “Yes, we are a European Association – YEA!” teilzunehmen. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kampagne. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Europaweit bilden Vereine das Rückgrat der Zivilgesellschaft. Ziel unserer Kampagne ist es, die EU nach jahrelanger Debatte über dieses Thema zu überzeugen, die Möglichkeit zu schaffen, europäische Vereine zu gründen, d.h. Vereine, die nicht nur in einem Land rechtlich verfasst und anerkannt sind – Belgien, Italien, Polen, Deutschland usw – sondern ohne Weiteres in der gesamten EU. Kurz gesagt, wir fordern ein optionales Statut für europäische Vereine.

Und wenn viele Verbände in ganz Europa diese Forderung unterstützen, stehen die Chancen besser, dass wir damit Erfolg haben.

Zunehmend sind die Themen, mit denen sich Vereine befassen, grenzüberschreitender Natur. Ob Klimaschutz, Flüchtlings- oder Entwicklungshilfe, Musik und Kunst, wissenschaftliche Zusammenarbeit, Tierschutz, Städtepartnerschaften, soziale Projekte und vieles mehr – grenzüberschreitendes Arbeiten ist oft notwendig … und ist darüber hinaus für alle Beteiligten mit großem persönlichen Gewinn verbunden.

Im Gegensatz zur Wirtschaft, in dem EU-weite rechtliche Rahmenbedingungen in Form der europäischen Aktiengesellschaft (SE) und der europäischen Genossenschaft seit langem zur Verfügung stehen, gibt es für europäische Vereine noch kein eigenes rechtliches Statut. Dies trotz der Tatsache, dass das Europäische Parlament bereits 1984 ein solches Statut gefordert hat und Politiker gerne auf die Bedeutung der europäischen Zivilgesellschaft für die Zukunft der EU hinweisen.

Ein Statut für europäische Verbände würde bedeuten:

  • Der europäische Verein wäre eine in der gesamten EU allen Bürgern bekannte und rechtlich ohne Weiteres anerkannte Rechtsform. Es wäre also mit weniger Aufwand möglich, Niederlassungen in verschiedenen Ländern zu eröffnen, ein Konto in einem anderen Land zu eröffnen, Mietverträge zu unterzeichnen, Veranstaltungen zu organisieren, Demonstrationen anzumelden usw.
  • Die emotionale Hürde, einem „ausländischen“ Verein beizutreten, wird für Mitglieder aus anderen EU-Ländern beseitigt.
  • In allen EU-Ländern könnten mit einem gemeinsamen Gemeinnützigkeitsrecht Steuervorteile (z. B. für Spenden) geltend gemacht werden.
  • Themen mit grenzüberschreitendem Bezug könnten wirksamer behandelt werden.
  • Es stünde eine gemeinsame europäische Plattform zur Verfügung für die Bürger Europas, die zu einer gemeineuropäischen Öffentlichkeit beitragen könnte.
  • Der europäische Verein wäre ein Beitrag zu mehr gegenseitigem Kennenlernen, mehr Solidarität und einem größeren Zusammenhalt der Menschen in der EU.

Die bestehenden nationalen Vereinsrecht würden natürlich weiter bestehen, das europäische Vereinsrecht wäre nur eine zusätzliche Option, so wie auch nationale und europäische Aktiengesellschaften nebeneinander existieren. Kein Verein wird gezwungen, sich zu „europäisieren“.

Eine Einführung in die Debatte über europäische Verbände und damit verbundene rechtliche Fragen (in Englisch) finden Sie hier.

We are Europe! e.V., Düsseldorf, hat die Kampagne konzipiert und wird sie innerhalb Deutschlands leiten. Natürlich ist eine Kampagne für ein europäisches Vereinsstatut nur dann sinnvoll, wenn sie von mehreren Akteuren und in mehreren EU-Ländern durchgeführt wird. Wir suchen daher Partnerorganisationen in jedem EU-Land, die die Leitung der YEA-Kampagne unterstützen im eigenen Land, d. h. vor allem, über die Kampagne informieren und weitere Vereine für die Teilnahme an der Kampagne zu begeistern. Wenn Sie daran interessiert sind, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Jens Baganz, baganz@we-are-europe.org, Tel. +49 211 9284 1165.

Gemeinsam übernehmen die Partner in den verschiedenen Ländern die Kampagnenleitung. Weitere Einzelheiten werden folgen. Wir möchten jedoch gleich betonen, dass unsere Kampagne von politischen Parteien unabhängig ist. Natürlich brauchen wir auch die Unterstützung politischer Parteien, um unser Ziel zu erreichen, aber wir haben keine Parteizugehörigkeit und bleiben unabhängig.

We are Europe! e.V., Düsseldorf, designed the campaign and will manage it within Germany. But, obviously, a campaign for a European association only makes sense if it is run in several EU countries. We are therefore looking for partner organisations in each EU country to take over the management of the YEA! campaign in their own country, i.e. above all to motivate associations to take part in the campaign. If you are interested in becoming a YEA! campaign partner in your country, we look forward to hearing from you: Jens Baganz, baganz@we-are-europe.org, Tel. +49 211 9284 1165.

Together the partners provide the campaign leadership. More details are given below, but let us emphasise straight away that our campaign is independent of political parties. Of course we will need the support of political parties to achieve our goal, but we have no party affiliations and are thus independent.

Der offizielle Kampagnenstart war am 12. Februar 2019 in Aachen.

Die Kampagne wird beendet, sobald unsere zentrale Forderung, die Schaffung des europäischen Vereinsstatut, erfüllt ist. Spätestens im Vorfeld der Wahlen zum 10. EP, die voraussichtlich im Mai 2024 stattfinden werden, werden wir die Kampagne einstellen.

Ja, jeder in der EU gegründete Verein kann teilnehmen. Die einzige Ausnahme gilt für Vereine, die – gemessen an ihrer Satzung, Aktivitäten oder Erklärungen ihrer Vertreter – gegen die Idee eines vereinten Europas sind. Wir behalten uns das Recht vor, die Teilnahme aus diesen Gründen zu verweigern (siehe auch Frage 9 unten).

Wenn Ihr Verein beschließt, an der Kampagne teilzunehmen, bedeutet dies, dass der Verein:

  • öffentlich den gemeinsamen Appell an die europäischen Institutionen unterstützt, möglichst bald ein optionales europäisches Vereinsstatut zu verabschieden,
  • die Kampagne zu diesen Zweck zu unterstützt (siehe dazu Frage 9)
  • erklärt, ein grundsätzliches Interesse (unverbindlich) daran hat, eine Eintragung als europäischer Verein zu erwägen, falls die rechtlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen,

Dies bedeutet, dass sich durch die Teilnahme an der Kampagne der aktuelle Status Ihres Vereines nicht ändert und Sie auch später nicht verpflichtet sind, sich in einen europäischen Verein umzuwandeln, wenn die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen sind. Es geht nur darum, ein starkes Signal an die politischen Entscheidungsträger in der EU und den Mitgliedstaaten zu senden. Ihr Verein kann zudem jederzeit und ohne Angabe von Gründen von der Teilnahme an der Kampagne zurücktreten.

Die Erfahrung zeigt, dass politische Prozesse in der EU Zeit brauchen. Die erste Gruppe zivilgesellschaftlicher Vereine, die hinter der YEA-Kampagne steht, hat sich auf eine mehrjährige Kampagne vorbereitet: Wir erwarten  eher einen Marathon als einen Sprint.

Die Hauptlinien der Kampagne sind wie folgt:

  • Bildung eines Lenkungsausschusses: Die YEA-Kampagne soll von einem Lenkungsausschuss geleitet werden, der sich aus Vertretern seiner Partnerorganisationen zusammensetzt. Der Lenkungsausschuss trifft im Verlauf der Kampagne die erforderlichen Entscheidungen und ist für das Budget verantwortlich. Er soll regelmäßig über die Aktivitäten berichten.
  • Internetauftritt: Seit Herbst 2018 ist die Kampagne im Internet sowie in den sozialen Netzwerken vertreten.
  • Offizieller Start der Kampagne: 12. Januar 2019.

Kampagnenphasen: Es ist nicht möglich, eine ganze Kampagne von mehreren Jahren im Voraus zu planen. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir vor, dass die Kampagne voraussichtlich die folgenden Phasen durchläuft:

  • „Wahlkampf“ (Start 2019 zur EP-Wahl im Mai 2019): In dieser Phase haben wir Kandidaten und Parteien über unsere Forderung nach einem Statut für europäische Vereine informiert, und konkret zu Ihrer Position gefragt und dazu und auch dazu, ob und auf welche Weise sie die Umsetzung in der kommenden fünfjährigen Wahlperiode vorantreiben wollen. In Deutschland haben drei Parteien das europäische Vereinsstatut in Ihr Europa-Wahlprogramm aufgenommen und Abgeordnete weiterer Parteien haben ihre Unterstützung signalisiert.
  • „Grundlegung“ (EP-Wahl 2019 bis Mitte 2020): In dieser frühen Phase mit dem neu zusammengesetzten Europäischen Parlament und der Kommission sind zwei Aspekte besonders wichtig. Erstens muss die Kampagne die erforderliche inhaltliche Arbeit leisten und anstoßen, damit belastbare und unbürokratische Regelungsentwürfe für die Rechtspraxis entwickelt werden. Gleichzeitig muss die Kampagne durch verschiedene Arten von Maßnahmen mit größtmöglicher Reichweite ausreichend politischen „Lärm“ erzeugen, damit die Entscheidungsträger erkennen, dass sie das Problem nicht länger ignorieren können.
  • „Den Druck erhöhen“ (Mitte 2020 bis etwa Ende 2021): Dies ist die entscheidende Phase der Kampagne. Sollte sich der Widerstand, insbesondere in den nationalen Hauptstädten, gegen die Schaffung eines rechtlichen Rahmens für europäische Vereine in dieser Zeit verschärfen, werden diejenigen, die die Kampagne in den verschiedenen Ländern leiten, aufgefordert, den Druck auf „ihre“ Regierung zu verstärken.

Der weitere Verlauf der Kampagne hängt von den Ergebnissen ab, die in den oben genannten Phasen erzielt wurden.

Bausteine ​​der Kampagne: Die YEA-Kampagne wird nach Möglichkeit möglichst viele Instrumente einsetzen, die dazu beitragen, die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und gegenüber politischen Entscheidungsträgern zu steigern:

  • Social-Media-Aktivitäten
  • offene Briefe an die politischen Entscheidungsträger
  • Demonstrationen
  • Pressekonferenz der Vereine, Interviews und Briefings für Journalisten, Radio-Interviews etc.
  • Einzelgespräche mit politischen Vertretern und Beamten
  • Vorbereitung möglicher rechtlicher Schritte, Beauftragung von Rechtsgutachten
  • lokale Veranstaltungen und Konferenzen
  • Flash-Mob-Happenings
  • Petitionen, Europäische Bürgerinitiative
  • Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens als Unterstützer gewinnen usw.

Die Kampagne finanziert sich durch eine einmalige Kampagnengebühr und  Spenden.

  •  Jeder teilnehmende Verein leistet eine einmalige Zahlung von 20 €.
  • Zusätzlich bitten wir um Spenden für die Kampagne.

Die so generierten Einnahmen werden verwendet, um die Kosten für die Gestaltung des Logos und dessen Registrierung beim Europäischen Amt für geistiges Eigentum in Alicante / Spanien sowie für alle anderen Kosten der Kampagne (z.B. Internetseite) zu decken. Alle an der Kampagne Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, das heißt unentgeltlich. Der Lenkungsausschuss wird über Einnahmen und Ausgaben im der Kampagne auf der Webseite informieren.

Es ist einfach:

  • Sie registrieren Ihren Verein auf der Kampagnen-Website und erklären so Ihre Teilnahme. Nach einer kurzen Überprüfung durch den Lenkungsausschuss wird Ihr Verein als Unterstützer auf der Website aufgeführt.
  • Sie überweisen den Mindestbeitrag von 20 € an die Kampagne (über die Website mit PayPal oder Kreditkarte) und nach Möglichkeit eine zusätzliche Spende.
  • Nach der Genehmigung Ihrer Registrierung erhalten Sie die Berechtigung, das Kampagnenlogo zu verwendenVon den teilnehmenden Verbänden wird erwartet, dass sie das Logo gut sichtbar auf ihrer Homepage und in ihren sozialen Medien präsentieren [1]. Darüber hinaus möchten wir Sie natürlich ermutigen, das Logo in den Geschäftsräumen Ihres Vereins und bei Veranstaltungen, auf Drucksachen (Plakaten, Flyern, Briefköpfen) oder auf Flaggen zu verwenden. Wir beraten und unterstützen Sie gerne dabei.
  • Im Rahmen Ihrer Kapazitäten können Sie sich in alle Kampagnenaktivitäten einbringen.
[1] z.B. Facebook, Instagram, Snapchat, Google+, Pinterest, Flickr, YouTube, LinkedIn, Xing.

Wir streben an, dass die von YEA-Kampagne in mindestens sechs EU-Ländern ausgerollt wird. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich auch Vereinen in weiteren Ländern anschließen werden. Wir gehen davon aus, dass hunderte oder gar tausende von Vereinen in Betracht ziehen werden, sich der Kampagne anzuschließen.

Ja! Viele große internationale Verbände sind auch außerhalb der EU aktiv. Sie mögen sich fragen, ob sie die Kampagne unterstützen sollen, wenn sie nicht primär ein “europäisches”, sondern “globales” Selbstverständnis haben. Die EU ist jedoch ein sehr wichtiger Testfall, ein sehr wichtiger erster Schritt zur Schaffung einer transnationalen Zivilgesellschaft auf kontinentaler Ebene. Die Chancen, ein solches erstes transnationales Vereinsstatut zu schaffen, stehen nirgendwo besser als in der EU. Die EU hat die Befugnisse und Instrumente, um dies zu tun, und die Kohärenz der nationalen Rechtssysteme ist (im Vergleich zu anderen Regionen der Welt) relativ hoch. Nach der Verabschiedung kann ein europäisches Vereinsstatut später möglicherweise sogar als Vorbild für andere Regionen der Welt dienen. Daher ist es von großer Bedeutung, diese Initiative zu unterstützen, unabhängig davon, ob Ihr Verein auch außerhalb der EU aktiv ist.